13.08.2009

Ich habe dich zum Beißen gerne








Eintrag: #093





Dieser kleine Hund wurde schnell zu meinem neuen Freund.  





Zuerst war er noch etwas scheu, als er sich mir näherte. Doch meine lockenden Worte halfen ihm, seine Angst zu überwinden und seine Neugier zu bestärken.  Wenn du genau hinschaust, siehst du, dass er sich unterwürfig auf den Rücken legte – damit ich ihn ja nicht als Gegner einstufe. Ein Hund spricht nämlich intensiv mit der Körpersprache. 

Jede Geste ist ein Ritual und drückt etwas aus.  Wenn du Hunde längere Zeit beobachtest, kannst du mit ihnen sprechen – nicht in unserer Sprache, aber mit ruhigem, freundlichem Ton.  Der Hund will ja nicht wissen, wie spät es ist oder wer vor fünfhundert Jahren irgendwo regiert hat. Er will nur wissen, ob du jetzt, in diesem Moment, ruhig und gelassen bist oder nervös.  

Das eine wäre ein guter Augenblick, Kontakt aufzunehmen – Freunde unter den Menschen kann man nie genug haben –, das andere sollte er besser vorbeigehen lassen und nicht zu nahe kommen (in dem Fall an meinen Fuß).  Ja gut, dachte sich der Hund, wenn er schon so verlockend mit mir spricht und mir sogar seinen Schuh hinhält, in den ich so gerne hineinbeißen würde, dann komme ich halt ein bisschen näher – aber nur, weil er so drängt.  



Ja, solche Überlegungen hat ein Hund – aber keine Jahreszahlen oder Bankkonten, auf denen zu wenig steht.

Um etwas, was man nicht hat (in dem Fall zu wenig Geld), braucht man sich ja auch nicht zu kümmern. Die Menschen sind doch komisch, würde der Hund denken. Sie sorgen sich um Dinge, die sie nicht haben, statt sich über das zu freuen, was sie haben – zum Beispiel über einen richtig gut schmeckenden Schuh. Den möchte ich jetzt endlich einmal kosten.  

Genau dieses Spiel haben wir miteinander gespielt. Er biss kleine Löcher in meine Schuhe, und ich streichelte und kraulte ihn hinter den Ohren.  So wurden wir Freunde – und wenn er nicht irgendwo noch besser schmeckende Schuhe gefunden hat, sind wir es auch heute noch.

Ich hatte leider vergessen, ihn nach seinem Namen zu fragen, aber das hole ich beim nächsten Mal nach und erzähle euch dann, wie er mir das übersetzt. 

Don José



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26.06.2009

Remember the time, Michael Jackson













Eintrag: #091


 „Remember the time“, hast du gesungen.

Nun wird die Zeit sich an dich erinnern.  Eine Redewendung, die man oft hört: „Mein Gott, wie die Zeit vergeht.“

Nein, das stimmt nicht.

Nicht die Zeit vergeht – wir vergehen.  Gestern haben wir es wieder einmal schmerzlich erfahren müssen.

Der King of Pop ist gestorben. Michael Jackson ist tot.  Aber solange sich auch nur ein einziger Mensch an ihn erinnert, lebt er weiter.  Ruhe in Frieden, Michael Jackson. 

Don José







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20.06.2009

Schmetterling aus brasilianischem Achat

achat mariposa k 



Eintrag: #090

Ein brasilianischer Achat wurde zu einem wunderschönen Ziergegenstand (in diesem Fall zu einem Schmetterling) verarbeitet.  Der Achat ist ein Halbedelstein. Äußerlich sieht er aus wie ein gewöhnlicher Stein, doch im Inneren verbirgt sich eine Welt voller Farben. Die Steine werden mit diamantbesetzten Sägen in feine Scheiben geschnitten und dann poliert. So kommen die leuchtenden Farben und das fast gläserne, kristalline Innere zur Geltung.  Hier wurde der Achat mit einer metallenen Schmetterlingsform verbunden, um einen Schmetterling darzustellen.

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Als Stütze dient ein Bergkristall, den ich selbst in Paraguay gefunden habe. Beide für mich wertvollen Erinnerungsstücke stehen auf einem in Österreich handgestrickten oder gehäkelten Deckchen.  Das ist internationale, vereinte Kunst und stellt somit eine positive, kulturelle Verbindung mehrerer Völker dar. Der Sinn für Kultur und Kunst ist im Menschen (ganz gleich in welchem Land) vorhanden. Nicht der materielle Wert des Materials, sondern die künstlerische Gestaltung eines eigentlich einfachen, günstigen Stoffes macht ein Objekt wertvoll.

Euer Don José


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14.06.2009

Die Blumen-Erde

Die Erde,aus Blumenblätter.

die blumen erde a


Eintrag: #088

Die Erde aus Blumenblättern.  Ein Traum von der Schöpfung?

Eine Vision vom Ende unserer Welt?

Ein Zustand in einer parallelen Dimension?  Die Seele – schwerelos schwebend – in einer Zone ewigen Glücksgefühls.  Vollendete Harmonie!  Erfreut euch an diesem von mir gemalten Bild – einen Moment lang, und dann noch einen, und noch einen… 

Euer Don José

die blumen erde


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12.06.2009

Am Berg oben, betete ich


Eintrag: #087



Am Berg oben, betete ich,
dass der Herrgott der Liebe
in seiner Güte
mich, den Pepi, den Armen, in seiner Not –
da ich ihm schon so oft diente –
mich auch stets behüte.
 
Ich bat ihn auch noch, ganz gereut,
dass er mir das Gute,
was ich in Pfarrers Garten zu mir nahm, verzeiht,
doch auch das Gute,
was ich im Stall den Tieren gab, vergelt
und immer eine schützende Hand
über mich darüber hält.
 
Ja, ich, der Pepi,
der Diener Gottes, ganz demütig,
tat dies da oben –
und der Herrgott, mein Behüter, ganz so gütig,
tat das Seine noch viel weiter oben.
 
Ich hoffte noch still –
wenn wir schon so hoch oben sind,
dass wir beide,
der liebe Gott und ich,
nie hinunterfallen.

Josef Bauer



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