22.12.2008

Frohe Weihnachten















Eintrag: #066

Jedes Jahr wird dieser fromme Wunsch ausgesprochen. An diesen Tagen möchten wir in Harmonie und Frieden mit allen Menschen leben. Wir wünschen einander keine laute Ausgelassenheit, sondern eine bescheidene, tiefe Fröhlichkeit im Herzen.

Weihnachten schenkt uns Hoffnung und die Gewissheit, dass nichts umsonst war. Jeder spürt: Ich bin wichtig. Jeder Einzelne füllt etwas aus, das ohne ihn leer bliebe – ein Zimmer, ein Haus, einen Garten, ein Fotoalbum, ein Lied, ein Herz. Vor allem das Herz der Eltern und das Herz der eigenen Kinder. Und dann all die anderen, die wir lieben. 

Zu wissen, dass du für andere wichtig bist – und sie für dich –, das ist das schönste Geschenk. Wenn wir das nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr über ausdrücken und leben, dann hat sich die Botschaft dieses Festes wirklich erfüllt.  Ich wünsche allen, die hier einen Blick hineinwerfen, genau diese Erfüllung: ein Herz voller Freude und Wärme. 

Fern im Raum von der Heimat, von Frau und Kindern, doch ganz nah im Herzen, wünsche ich euch allen ein gesegnetes, frohes Weihnachtsfest. 

Der Mensch ist wie rohes Eisen – er muss geläutert werden. Vielleicht ist gerade dieser Abschnitt unseres Weges ein Teil davon. 

Gerade an diesen Tagen sende ich all jenen, die ich so gern umarmen würde, deren Herz aber nicht mehr schlägt, ein leises Dankeschön und meine ganze Liebe. Der Wind wird schon wissen, wohin er sie tragen muss.

Gracias Papá, gracias Mamá, gracias hermanito y a tantos más…  Euer etwas wehmütiger, aber froher Weihnachtsmann

Don José




Titel Weihnachtswünsche
Autor Theresia Bauer
gezeichnet im Alter von 11 Jahren
Jahr 1932
Land Österreich

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18.12.2008

Das Scheunentor













Eintrag: #065

Natürlich nur, wenn das Tor offen steht.

Ist es aber zugeschlossen, dann klopfe ich einfach an.  Wer anklopft und um Obdach bittet, dem wird geöffnet – das Bett mit weißem Leinen bezogen, das Brot geteilt (hoffentlich auch der Speck), dem Durstigen ein Krug Most hingestellt – und wenn er schmeckt, gern auch ein zweiter.  Wer kleine Sünden und große Schulden mit sich trägt, aber sie ehrlich bereut, dem werden sie vergeben.

So steht es geschrieben – und darauf vertraue ich.

Hoffentlich haben es auch alle Scheunentor-Besitzer gelesen.  Wenn ich durch ein offenes Scheunentor gehe, fühle ich mich plötzlich ganz schlank.

Durch eine kleine Tür oder eine enge Gasse zu gehen, ist dagegen immer ein bisschen heikel – ich hoffe dann jedes Mal, dass mir niemand entgegenkommt.

Ich bin nämlich ein friedlicher Wandersmann und vermeide lieber jeden Zusammenstoß auf schmalen Wegen.  Tschau! 

Don José



Titel Das Scheunentor
Autor Josef Bauer
Jahr 1981
Land Österreich

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15.12.2008

Der Schlittenfahrer












Eintrag: #064

Der Schlitten ist ein kleines Wunder der Evolution – und ein Beweis für die hohe Intelligenz der Menschen.

Du fragst: „Wieso? Das sind doch nur zwei Kufen, ein Brett zum Draufsitzen und eine Schnur zum Ziehen!“ Stimmt. Aber genau das musste erst einmal jemand erfinden.  Heute werden wir überschwemmt mit perfekt durchdesignten Dingen – ergonomisch, leicht, bunt. Doch früher musste man die Natur ganz genau beobachten und ausprobieren.  Auf ebenem Boden brauchte man Räder → Wagen (tausende Jahre alt). 

Über Wasser wollte man fahren → Boote und Flöße (auch schon sehr alt). 

Im Schnee oder auf Eis kam man auf die Idee: zwei schmale Bretter oder Rippenknochen unterbinden, damit man nicht einsinkt, sondern obenauf gleitet.

Schon die alten Sumerer kannten Teer, der aus dem Wüstensand sickerte, und nutzten ihn zum Abdichten. Später kamen Schlittenhunde dazu, dann breite Kufen, die den Schnee zusammendrücken, statt sich einzuschneiden. Unten wurde eine dünne Eisenschiene angeschraubt, mit ein bisschen Fett geschmiert – und schon glitt der Schlitten fast von selbst.  Heute ist der Schlitten meist nur noch Spiel- und Sportgerät, oft aus Kunststoff und nicht mehr aus Holz. Aber das Prinzip ist dasselbe geblieben: Last möglichst gleichmäßig verteilen, damit man nicht einsinkt. Deshalb gibt es auch Schneeschuhe, Ski, Bob und all die anderen verrückten Wintergeräte – alle halten sich an dieses eine alte Gesetz der Physik.  Doch jetzt denk nicht zu viel an Technik.

Freu dich einfach über den Spaß, wenn du den Hang hinunter saust – und bewundere nebenbei ein bisschen diese alte Kinderzeichnung. 

Don José



Titel Der Schlittenfahrer
Autor Theresia Bauer
Gezeichnet im Alter von 11 Jahren
Jahr 1932
Land Österreich

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