15.10.2008

Der Fichtenzapfen




Eintrag: #050


Ein Fichtenzapfen ist der Samenbehälter der Fichte.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht? Wenn nicht, dann hör mir kurz zu. In der Schule wird manchmal zu schnell über solche Dinge gesprochen, und die Theorie ist nicht immer so leicht (oder spannend) wie ein praktisches Beispiel. 

Weißt du eigentlich, dass jede Theorie einmal aus praktischer Beobachtung entstanden ist? Viele Wissenschaftler haben einfach genau hingeschaut, was in der Natur passiert, und daraus ihre Erkenntnisse gezogen. 

Es gibt Laubbäume und Nadelbäume.

Die Nadelbäume sind die Sparsamen unter den Bäumen. Sie brauchen von allem weniger – oft nicht einmal halb so viel wie die großen Laubbäume.  Laubbäume holen sich so viel Sonne wie möglich. Dazu breiten sie ihre Krone weit aus und fangen mit vielen großen Blättern das Licht ein. Mit den Blättern atmen sie Kohlendioxid ein und geben Sauerstoff und Feuchtigkeit wieder ab – das nennt man Assimilation. Ihre Wurzeln gehen weit und tief in die Erde, um Wasser und Nährstoffe zu suchen. Je mehr Wasser sie finden, desto schneller wachsen sie und desto mehr Nahrung können sie in kurzer Zeit in ihre Früchte stecken. 

Und genau das ist der Trick: Alle Laubbäume haben Früchte.

In den Früchten stecken die Samen. Kein Baum möchte, dass seine Kinder direkt unter ihm wachsen und ihm später Platz und Licht wegnehmen. Deshalb lassen Tiere (und Menschen) sich von den leckeren Früchten anlocken, tragen oder fliegen sie ein Stück weit weg – und dort fallen die Samen auf die Erde. So entstehen neue Bäume, ein Stück entfernt vom alten. 

Nadelbäume machen das anders. Sie haben keine saftigen Früchte, sondern nur trockene Samenbehälter – zum Beispiel Zapfen. Das ist viel sparsamer. Der Zapfen enthält viele Samen auf engem Raum, fast ohne Wasser. Wenn er richtig trocken ist, öffnet er sich, der Wind bläst die Samen heraus und trägt sie weg. 

Deshalb können Nadelbäume auch mit wenig Wasser auskommen. Manche produzieren nicht einmal jedes Jahr Zapfen, und sie wachsen nur wenige Millimeter pro Jahr. Den Unterschied sieht man später an den Jahresringen, wenn ein Baum gefällt wird: schmale Ringe bei trockenen Jahren, breitere bei feuchten. 

Das Bild hier zeigt genau so einen Samenbehälter – einen Fichtenzapfen.

Ich würde dir gern noch zeigen, woran man Fichtenzapfen, Tannenzapfen oder Kiefernzapfen unterscheidet, aber das heben wir uns für ein anderes Mal auf. 

Don José





Titel Der Fichtenzapfen
Autor Theresia Bauer
gezeichnet im Alter von 11 Jahren
Jahr 1932
Land Österreich

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