Eintrag: #050
Ein Fichtenzapfen ist der Samenbehälter der Fichte.
Hast du schon einmal darüber nachgedacht? Wenn nicht, dann
hör mir kurz zu. In der Schule wird manchmal zu schnell über solche Dinge
gesprochen, und die Theorie ist nicht immer so leicht (oder spannend) wie ein
praktisches Beispiel.
Weißt du eigentlich, dass jede Theorie einmal aus
praktischer Beobachtung entstanden ist? Viele Wissenschaftler haben einfach
genau hingeschaut, was in der Natur passiert, und daraus ihre Erkenntnisse
gezogen.
Es gibt Laubbäume und Nadelbäume.
Die Nadelbäume sind die Sparsamen unter den Bäumen. Sie
brauchen von allem weniger – oft nicht einmal halb so viel wie die großen
Laubbäume. Laubbäume holen sich so viel
Sonne wie möglich. Dazu breiten sie ihre Krone weit aus und fangen mit vielen
großen Blättern das Licht ein. Mit den Blättern atmen sie Kohlendioxid ein und
geben Sauerstoff und Feuchtigkeit wieder ab – das nennt man Assimilation. Ihre
Wurzeln gehen weit und tief in die Erde, um Wasser und Nährstoffe zu suchen. Je
mehr Wasser sie finden, desto schneller wachsen sie und desto mehr Nahrung
können sie in kurzer Zeit in ihre Früchte stecken.
Und genau das ist der Trick: Alle Laubbäume haben Früchte.
In den Früchten stecken die Samen. Kein Baum möchte, dass
seine Kinder direkt unter ihm wachsen und ihm später Platz und Licht wegnehmen.
Deshalb lassen Tiere (und Menschen) sich von den leckeren Früchten anlocken,
tragen oder fliegen sie ein Stück weit weg – und dort fallen die Samen auf die
Erde. So entstehen neue Bäume, ein Stück entfernt vom alten.
Nadelbäume machen das anders. Sie haben keine saftigen
Früchte, sondern nur trockene Samenbehälter – zum Beispiel Zapfen. Das ist viel
sparsamer. Der Zapfen enthält viele Samen auf engem Raum, fast ohne Wasser.
Wenn er richtig trocken ist, öffnet er sich, der Wind bläst die Samen heraus
und trägt sie weg.
Deshalb können Nadelbäume auch mit wenig Wasser auskommen.
Manche produzieren nicht einmal jedes Jahr Zapfen, und sie wachsen nur wenige
Millimeter pro Jahr. Den Unterschied sieht man später an den Jahresringen, wenn
ein Baum gefällt wird: schmale Ringe bei trockenen Jahren, breitere bei
feuchten.
Das Bild hier zeigt genau so einen Samenbehälter – einen
Fichtenzapfen.
Ich würde dir gern noch zeigen, woran man Fichtenzapfen,
Tannenzapfen oder Kiefernzapfen unterscheidet, aber das heben wir uns für ein
anderes Mal auf.
Don José
| Titel | Der Fichtenzapfen |
| Autor | Theresia Bauer |
| gezeichnet im Alter von | 11 Jahren |
| Jahr | 1932 |
| Land | Österreich |





























Vienna Time
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