Eintrag: #052
Bist du schon einmal den Gänsen nachgelaufen?
Ja.
Nein, das glaube ich nicht.
Bist du schon einmal vor den Gänsen davongelaufen?
Nein.
Nein, das glaube ich nicht.
Deckst du dich im Winter mit Gänsefedern zu?
Nein.
Nein, das glaube ich nicht.
Ruhst du deinen Kopf auf Gänsefedern aus?
Nein.
Nein, das glaube ich nicht.
Weißt du, dass die Bauern Gänse großziehen, um ihnen die Federn
auszuzupfen?
Nein.
Ja, das glaube ich dir.
Die zarten Gänsefedern werden den lebenden Tieren herausgezupft – genau
in der Zeit, wo es wieder wärmer wird. Da fallen diese leichten Federn von
selbst aus und es tut den Gänsen überhaupt nicht weh. Wie jedes Tier wechselt
auch die Gans ihr Federkleid: vom dicken Winterflaum zur leichteren
Sommerkleidung. Natürlich spielen sie trotzdem die beleidigte Gans.
Von da kommt das Sprichwort: „Die schimpft wie eine gerupfte
Gans.“ Jetzt willst du sicher wissen,
warum ich darauf gekommen bin, dass du schon einmal vor den Gänsen
davongelaufen bist.
Vielleicht heiße ich Sherlock Holmes?
Nein, das brauchst du mir nicht zu glauben.
Ich heiße eigentlich Rumpelstilzchen – aber gut, dass es
niemand weiß.
Nein, das brauchst du mir auch nicht glauben. Enten und Gänse sind jedenfalls sehr mutige
Tiere.
Niemals läuft eine ganze Schar davon. Immer stellen sie sich
dem Störenfried gemeinsam entgegen und fangen an zu schnattern. Und wenn du
dann immer noch nicht flüchtest, kommen sie auf dich zu – genau dorthin, wo du
gerade stehst… oder gerade noch gestanden bist.
Was sie sich dabei alles zuschnattern, erzähle ich dir
später. Jetzt bist du nämlich sicher noch am Laufen.
Don José
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| Titel: | Gänse in Paraguay |
| Autor/Fotograf | Josef Bauer |
| Jahr | 2006 |
| Land | Paraguay |






























Vienna Time
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