10.11.2008

Ein rosafarbenes Kleeblatt

 












Eintrag: #057

Hier sehen wir eine sehr kreative Ornament-Zeichnung: ein vierblättriges Kleeblatt in einem quadratischen Rahmen. Dazwischen ist ein Rhombus tropfenförmig eingebettet, und genau im Zentrum erscheint ein zarter Stern. Auch die gewählte rosa Farbe ist angenehm und rundet das Bild wunderbar ab.  

Ich frage mich, ob es 1932 bereits eine Vorlage für diese vielschichtige geometrische Figur gab – oder ob sie ganz allein aus der Fantasie dieses zwölfjährigen Mädchens entsprungen ist. Für mich ist es eine Glanzleistung und ein kleines Meisterwerk.  Meine Meinung ist sicher ein wenig subjektiv – schließlich handelt es sich um meine Mutter in ihren jungen Jahren. 

Doch auch ganz objektiv betrachtet zeigt die angewandte Geometrie große Kreativität und ein starkes ästhetisches Empfinden. 

Euer etwas besinnlicher

Don José




Titel ein Kleeblatt in rosa
Autor Theresia Bauer
Im Alter von 12 Jahren
Jahr 20-04-1933
Land Österreich

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04.11.2008

Sternenmuster als Ornament







Eintrag: #056 

Ein Muster aus vielen Sternen – einmal schwarz, einmal weiß – wurde hier zu einem schönen Ornament gezeichnet. Schau genau hin: Zuerst siehst du nur die weißen Sterne, die sich aneinanderreihen. Aber wenn du noch einmal genauer hinschaust, entdeckst du plötzlich auch schwarze Sterne dazwischen.  Zwei verschiedene Motive sind ganz schlau in einem einzigen Bild versteckt. Das nennt man eine optische Illusion! 

Don José


 
Tiel Sternenmuster als Ornament
Autor Theresia Bauer
im alter von 11
Jahr 1932
Land Österreich
 

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03.11.2008

Ein Reh und ein Hase

reh und hase150


Eintrag: #055

Dieses Bild zeigt den Frühling. Das Gras ist noch kurz, ein junger Baum wird mit einem Pflock gestützt, damit er gerade in die Höhe wächst. Mir scheint, die Tiere genießen einfach die ersten warmen Sonnenstrahlen. Das Reh schaut den Schmetterlingen nach, hoch oben fliegen ein paar Vögel – vielleicht schon die ersten Schwalben? Der Hase hat nichts zu befürchten und liegt entspannt in seiner Mulde. 

Ein kleiner Verein von Tieren, die sich kennen und einander nicht stören. Im Gegenteil – sie ergänzen sich prächtig. Das ganze Jahr über teilen sie sich die Wiese, die Sonnenstrahlen und bestimmt auch den Schatten der wenigen Bäume. 

Geh doch selbst einmal hinaus in die Natur und zähle alle Tiere, die du in einem solchen stillen Moment siehst. Mücken, Mäuse und Elefanten brauchst du nicht mitzuzählen. Aber mach das nicht zur Mittagszeit – da hält die Tierwelt Siesta (in Paraguay sagt man genau so). Erst am späten Nachmittag kommt alles aus dem Wald hervor und wandert über die Wiesen, um sich an frischen Blättern zu stärken. 

Don José


reh und hase 560 

Titel Das Reh und der Hase
Autor Theresia Bauer
gezeichnet im Alter von 12
Jahr 1933
Land Österreich


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26.10.2008

Die Gründungsgeschichte des Stift Kremsmünster

 






Eintrag: #053



Hier zeige ich euch ein Foto vom großartigen Benediktinerstift Kremsmünster.

Das Stift liegt in Oberösterreich auf einem Hügel direkt oberhalb des Flusses Krems.  Ein Münster ist eine bedeutende Kirche; der Name leitet sich vom lateinischen „monasterium“ (Kloster) ab. Ursprünglich bezeichnete er eine Klosterkirche, also eine Kirche, die zu einem Kloster oder Stift gehörte. Hier verbindet sich der Name des Flusses (Krems) mit „Münster“ – daher Kremsmünster.  Anfangs stand dort nur eine kleine Kapelle, doch der Platz war geopolitisch so wichtig und die Herberge der Benediktiner so beliebt und gefragt, dass schon bald ein großes Stift daraus wurde.  


Die Gründungsgeschichte ist traurig und wunderbar zugleich:

Herzog Tassilo III. hatte einen Sohn namens Gunther, der leidenschaftlich gern jagte. Eines Tages verfolgte er allein einen wilden Eber. Im Kampf wurde Gunther tödlich verletzt. Als die anderen Jäger ihn fanden, war er bereits verblutet. 

Sein Vater hielt die Totenwache im Wald. In dieser Nacht erschien ihm ein weißer Hirsch, der zwischen dem Geweih ein leuchtendes Kreuz trug. Daraufhin gelobte Tassilo, an genau dieser Stelle eine Kirche zu errichten und sie den Benediktinern zu schenken.

So geschah es. Im Jahr 777 wurde das Stift gegründet.  Seitdem ist Kremsmünster eine feste Herberge für die Benediktiner. Im Gegenzug unterrichteten und unterrichten sie die Menschen in Religion, Wissenschaft und vielen Künsten.

Das Stift beherbergt wertvolle Reliquien und Kostbarkeiten – viele davon kannst du noch heute in der berühmten Sternwarte bewundern.  Alles in allem ist das Stift so großartig, dass du es unbedingt einmal – besser noch mehrere Male – besuchen solltest.

Hier siehst du übrigens noch den wunderschönen Tassilokelch. 

Don José

 


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Die Erde geht auf









Eintrag: #054



Die Erde geht auf.  Immer, wenn du die Sonne oder den Mond aufgehen siehst, stehst du mit beiden Beinen fest auf der Erde.  Jetzt bist du plötzlich Astronaut geworden – und stehst wieder mit beiden Beinen auf dem Boden.

Aber diesmal auf dem Boden des Mondes.  Und auf einmal siehst du vor dir die Erde aufgehen. Langsam schiebt sie sich über den Mondhorizont, genau wie du es von der Morgensonne oder dem Abendmond kennst. 


Gefällt dir diese Vorstellung?  Je älter du wirst, desto besser wirst du verstehen, warum ein Himmelskörper vor deinen Augen „aufgehen“ kann. Ich verrate dir nur so viel: Viele Dinge am Himmel sind optische Täuschungen. Erst wenn du die Himmelsmechanik und die Physik begreifst, merkst du, dass immer der Körper, auf dem du gerade stehst, sich dreht – und zwar ganz schön schnell. 

Eigentlich bist du auf einer rasenden Bergabfahrt, geradewegs hinunter. Weil du deine neugierige Nase nach vorne streckst, siehst du mit jeder Minute mehr von der Sonne oder dem Mond.  Was wir „Aufgehen“ nennen, ist in Wahrheit ein Entgegenrollen, ein Rutschen, ein Laufen – ganz egal, was du gerade machst. In Wirklichkeit dreht sich die Erde unter dir weg. Aber das wollte ich dir eigentlich nicht sagen, sonst wird dir noch schwindlig. 

Nach genau vierundzwanzig Stunden ist die Rutschpartie wieder zu Ende. Dann kannst du aussteigen, schlafen gehen – oder gleich wieder einsteigen, denn der Reigen beginnt schon von vorne.  Dieses Bild hat übrigens der japanische Satellit gemacht, der gerade um den Mond kreist und dir von weitem zusieht, wie du jetzt in die Schule gehst.

Du gehst doch schon, oder schläfst du noch?  He, aufstehen! 

Don José


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15.10.2008

Der Fichtenzapfen




Eintrag: #050


Ein Fichtenzapfen ist der Samenbehälter der Fichte.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht? Wenn nicht, dann hör mir kurz zu. In der Schule wird manchmal zu schnell über solche Dinge gesprochen, und die Theorie ist nicht immer so leicht (oder spannend) wie ein praktisches Beispiel. 

Weißt du eigentlich, dass jede Theorie einmal aus praktischer Beobachtung entstanden ist? Viele Wissenschaftler haben einfach genau hingeschaut, was in der Natur passiert, und daraus ihre Erkenntnisse gezogen. 

Es gibt Laubbäume und Nadelbäume.

Die Nadelbäume sind die Sparsamen unter den Bäumen. Sie brauchen von allem weniger – oft nicht einmal halb so viel wie die großen Laubbäume.  Laubbäume holen sich so viel Sonne wie möglich. Dazu breiten sie ihre Krone weit aus und fangen mit vielen großen Blättern das Licht ein. Mit den Blättern atmen sie Kohlendioxid ein und geben Sauerstoff und Feuchtigkeit wieder ab – das nennt man Assimilation. Ihre Wurzeln gehen weit und tief in die Erde, um Wasser und Nährstoffe zu suchen. Je mehr Wasser sie finden, desto schneller wachsen sie und desto mehr Nahrung können sie in kurzer Zeit in ihre Früchte stecken. 

Und genau das ist der Trick: Alle Laubbäume haben Früchte.

In den Früchten stecken die Samen. Kein Baum möchte, dass seine Kinder direkt unter ihm wachsen und ihm später Platz und Licht wegnehmen. Deshalb lassen Tiere (und Menschen) sich von den leckeren Früchten anlocken, tragen oder fliegen sie ein Stück weit weg – und dort fallen die Samen auf die Erde. So entstehen neue Bäume, ein Stück entfernt vom alten. 

Nadelbäume machen das anders. Sie haben keine saftigen Früchte, sondern nur trockene Samenbehälter – zum Beispiel Zapfen. Das ist viel sparsamer. Der Zapfen enthält viele Samen auf engem Raum, fast ohne Wasser. Wenn er richtig trocken ist, öffnet er sich, der Wind bläst die Samen heraus und trägt sie weg. 

Deshalb können Nadelbäume auch mit wenig Wasser auskommen. Manche produzieren nicht einmal jedes Jahr Zapfen, und sie wachsen nur wenige Millimeter pro Jahr. Den Unterschied sieht man später an den Jahresringen, wenn ein Baum gefällt wird: schmale Ringe bei trockenen Jahren, breitere bei feuchten. 

Das Bild hier zeigt genau so einen Samenbehälter – einen Fichtenzapfen.

Ich würde dir gern noch zeigen, woran man Fichtenzapfen, Tannenzapfen oder Kiefernzapfen unterscheidet, aber das heben wir uns für ein anderes Mal auf. 

Don José





Titel Der Fichtenzapfen
Autor Theresia Bauer
gezeichnet im Alter von 11 Jahren
Jahr 1932
Land Österreich
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